Ja,
wir haben auch ein Problem. Und ich bin total verzweifelt!!! Ab und zu gibt es hier auch Themen, die leider unbeantwortet bleiben, ich hoffe mal meines kriegt viele Antworten ab. Irgendwie brauch ich die um weiter zu kommen was mein Nachdenken bzw. meine Ideen, Verhaltensweisen etc. fördern kann.
Mein Kleiner wurde von Nachbarn ehemals das "immer lachende Baby" genannt! Doch nun ist er, dessen Charakter eigentlich von Natur aus offen, abenteuerlustig und lebensfroh ist, häufig zurückgezogen, ängstlich, traut sich zeitweise nichts zu, lacht nur noch selten ;/. Probleme mit anderen Kindern löste er in der Vergangenheit häufig durch beißen und dadurch machte er sich keine Freunde.
Aber kurz der Reihe nach:
Als er 8 Monate alt war, trennte sich sein Vater von mir (er: jung, keine Lust auf ein Kind etc.). Mit 10 Monaten kam der Kleine zu einer Tagesmutter, da ich meine Ausbildung nicht länger unterbrechen konnte. Nach einer Woche dort biss er plötzlich die anderen Kinder, zu den Älteren Kindern (6 und 10) entstanden "Freundschaften" (d.h. er spielte gern mit ihnen oder schaute ihnen zu, mit den Kleinen bzw. Gleichaltrigen konnte er nichts anfangen. Einer hatte sogar Angst vor meinem Kleinen. Er biss sich also durch... wurde als "Bestrafung" zurückgebissen (geförderte Maßnahem durch die Tagesmutter) oder in ein Zimmer eingesperrt. Zu dem Zeitpunkt war ich noch zu jung/unerfahren, um Druck zu machen und für anderen Behandlungsmethoden zu kämpfen, v.a. weil bei meinem Zaghaftem Anfragen immer eine burschikose sich ständig rechtfertigende Antwort kam. Ich sah mich also gezwungen Elternzeit zu nehmen (und nahm diese auch sehr gerne, bin ich doch eigentlich am liebsten rund um die Uhr für meinen Liebling da!), sodass ich mich mich dem Kleinen voll und ganz widmen konnte. Zeitgleich zogen wir um (vorher war nur begrenzt aufgrund der plötzl. Wohnungsnot nach der Trennung). Gleichaltrige Kinder gab es erstmal keine, mussten wir leider feststellen. Trotzdem besuchte ich mit ihm die weiter entfernt liegenden Spielplätze (-->dort gab es dann Kinder

, ging viel mit ihm an die frische Luft, besuchte mit ihm meine Freunde/ wir bekamen Besuch, ich las ihm vor, beschäftigte mich sehr viel mit ihn etc. Dann meldete ich den Kleinen zu einer Spielgruppe an (wo wir vorher wohnten, gab es sowas nicht

, welche wir dann ca. ein Viertel Jahr über besuchten - ich hielt dies für einen gekonnten Einstieg in den Kindergarten. Schließlich sollte der Kleine mit 2 in den Kindergarten gehen - ich musste den letzten Teil meiner Ausbildung absolvieren.
In der Spielgruppe hielt er sich aber nicht an die "sozialen Regeln" (kann auch bei so Kleinen Kindern davon sprechen? Ich hoffe ihr wisst aber wovon ich spreche) sprich Beobachung der Gruppe -->ggf. Anpassung. Er war sich selbst treu - aber er durfte es nicht sein.
Irgendwas lief falsch. Kinder und selbst die Eltern grenzten den Kleinen - schwupps - aus, da er immer noch biss - und die "Schuldige" war für Außenstehende natürlich schnell in mir gefunden . Seine Spielgruppenleiterin meinte dann ich solle ihn auf Autismus und/oder ADHS überprüfen lassen. Ich habe also die Erziehungberatung aufgesucht, mit dem Ergebnis, dass den Kleinen optimal behandle (ich tu ja wirlich viel für und mit dem Kleinen, informiere mich, denke nach...) es gab zu diesem Zeitpunkt keine weiteren "Verbesserungsvorschläge" bezüglich des Handelns oder einfach auch "nur" im "Darüberdenken". Als "krank" wurde er jedenfalls nicht eingestuft. Aber allein eine solche "Diagnose" macht einem ganz schön zu schaffen!
Kindergarten: eine Woche lief es gut, der Kleine schien sich wohl zu fühlen. Doch kam er irgendwie lange Zeit über nicht richtig im Kindergarten an (wurde leider auch nicht durch die Erzieherinnen gefördert). Dafür gab es Maßnahmen wie "Wenn du beisst, kommst du auf den Stuhl". Im Endeffekt saß mein Kind häufig dort, aber es änderte sich nix. Mitlerweile hatte ich aber einiges gelernt, gelesen und mich auch selbst weiterentwickelt: ich redete mit den anfangs sehr unkooperativen Kindergärtnerinnen. Hieß es anfangs jeden Tag: Ihr Kind beisst, also wird es von den anderen Kindern ausgegrenzt, sodass ich beinahe irgendwann jeden Tag am liebsten einfach nur geheult hätte - ich wusste keinen Ausweg und fühlte mich so hilflos! (was ich also ganz privat unternahm, kommt gleich).
Außerdem forderten diese Erzieherinnen sehr viel: sie sagten mir beispielsweise während er dabei war, er sollte seinen Nuckel langsam weglassen (also...er benutzte ihn nur in für ihn sehr stressigen Situationen), und gleichzeitig sprachen sie davon die Windel wegzulassen. Dann habe ich mich für ihn eingesetzt und den Erzieherinnen bessere Ansätze vorgeschlagen, genau erklärt warum etc. Und ganz plötzlich lebte er sich im Kindergarten ein. Am Ende hatte er sogar Freunde. Vorher spielte er gar nicht, schaute den anderen nur zu oder spielte traurig alleine. Also...ich nötige ihn nicht dazu mit anderen zu spielen. Aber der Wunsch ist da und kommt ganz allein von ihm selbst!. Seltsamer Weise wurde er kein einziges Mal während des ganzen Jahres von einem Kind zu sich nach Hause eingeladen, wobei ich sagen muss, dass es eine Gruppe für Unter 3jährige gewesen ist und er der Drittälteste war - die anderen Kinder waren erheblich jünger. Zum Schluss hin haben wir uns dann auch mit einem Kind aus seiner Gruppe häufig auf dem Spielplatz getroffen und unternehmen nun jedes Zweite Wochenende etwas zusammen
Außerdem hatte er dann auch einen Freund bei uns in der Straße. Er war ein halbes Jahr jünger und die beiden war ein und dasselbe Kaliber. Sie spielten sehr schön zsm, v.a. draußen hatten sie eine Menge Spaß. Doch dann zog der Junge weg ;/
Leider war unsere Wohnung sehr klein, eine hübsche kleine Wohnung mit netten Nachbarn (zum Ende hin sehr familiär), aber unsere Küche war so winzig, dass selbst ich kaum darin kochen konnte

Sitzen konnte man dort nicht mal mit nur einem Stuhl - und so hatten wir auch keinen richtigen Esstisch.. wir MUSSTEN schon wieder umziehen!!! Dieses Mal verbrachte ich sehr viel Zeit damit den Kindergarten auszusuchen (der vorherige war der Einzige, der auch jüngere Kinder annahm), ich machte mir ein genaues Bild, ließ mein Gefühl zsm mit der Vernunft sprechen, und natürlich mein Kind! Und wählte den Kindergarten - eine Elterninitiative mit dem Schwerpunkt Kreativität, Natürlichkeit, Selbstverwirklichung. Viel frische Luft, gesundes selbst gekochtes Essen, keine zwieträchtigen Erziehungsmethoden sondern: denken und selbst ändern.
Dorthin geht der Kleine nun seit 1,5 Monaten. Anfangs lieg es perfekt...er ging gerne hin, und ich wusste, er sitzt nicht traurig in einer Ecke rum sondern hat Anschluss gefunden. Doch, natürlich musste ich gestern erfahren, dass er seit 2 Wochen beisst - und seitdem wird die Situation schlechter für ihn. Ich schildere mal wieder die Situation:
Er mag ein Kind, welches ihm charakterlich ähnlich ist (also aktiv, neugiertig , lustig...). Dieses Kind ist genau so groß wie er, aber ein Jahr älter. Die beiden spielen gut zusammen, und der Freund war auch schon ein mal bei uns zu Hause - klappte sehr gut. In der Kita ist aber folgendes: Der Freund hatte schon einen festen Spielkameraden, quasi ein Zweiergespann. Dieser Junge ist noch mal ein Dreivierteljahr älter, also fast 5. Meiner ist 3,5. Der 5jährige versucht alles, um das alte 2er-Gespann wieder herstellen zu können. In letzter Zeit ist meiner resigniert und geht nicht mehr gerne in den Kindergarten. Gestern hat er allein in der Abholzeit erst den einen, dann den anderen gebissen - das erste mal seit langem, dass ich das gesehen habe - und ich dachte es sei vorbei!
Was gut klappt: er spielt mit 2 Mädchen, die ebenfalls neu im Kindergarten und in seinem Alter sind. Was er nicht sieht: er kommt z.B. in den Kindergarten, und ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen kommt - eigentlich weil er/sie mit ihm spielen möchte, ist aber zu schüchtern und sagt nix (kennt man ja bei den Kleinen). Meiner nimmt das Kind gar nicht wahr, ist nur traurig, dass niemand mit ihm spielt! (Wenn ich sage, schau mal "XXX" holt dich zum Spielen ab, ignoriert er das als würde er es nicht hören.
Noch ein Detail zum Beißen: ich vermute für ihn ist das eine Art Ventil, sodass er inneren Druck abbauen kann. Seine Erzieherin, die ich eigentlich für qualifiziert halte - meinte jedoch es sei mutwillig und gänzlich ohne Grund geschehen. (Es kann also passieren, dass er irgendein Kind einfach beisst, dabei bekommt er einen entspannteren Gesichtsausdruck, und ist sich keiner Schuld bewusst. Auch wenn das Kind sein Freund ist und weint, erkennt er nicht, dass er die Schmerzen gemacht hat. Und irgendwie versteht er das nicht, was auch immer mal also an Erklärungsversuchen unternimmt.)
Seit 4 Wochen will der Kleine am We auch nicht mehr zu seinem Papa (der hat ihn jedes Zweite Wochende. Zitat: "Papa kümmert sich nicht um mich, aber Oma (wohnt auch da) ist mein Freund." Bisher habe ich ihn trotzdem überzeugen können hinzugehen, da es ihm dort nicht schlecht geht und auch der Papa einen Weg gefunden hat, dass Papa sein mit sich selbst zu vereinbaren etc und dass dieser auch tatsächlich - zumindest versucht - sich um den Kleinen zu kümmern. Zu Hause fragt mich der Kleine, warum ich nicht beim Papa wohne. Ich habe geantwortet: Papa war nicht lieb zu mir, aber jetzt hat er es zum Glück doch noch gelernt und ist ganz lieb zu dir." Mein Kleiner wünscht sich, einen Papa hier zu Hause zu haben - irgendeinen.
Ich schätze also, dass es da Zusammenhänge gibt! Doch was soll ich bloß tun!!!??? Ich kann ja keinen herzaubern, und einfach so einen neuen Freund - wenn ich einen hätte - als "Papa" zu präsentieren wäre wohl auch nicht das Richtige für beide!
Was ich also tue: ich dränge den Kleinen zu nichts, lasse ihm Zeit sich selbst und seine Wünsche/Gefühle war zunehmen. Wir reden und spielen viel (machen auch Rollenspiele, weil er dann von seinen Gefühlen reden kann, wohingegen er mir das eigentlich eher verschweigt.), wir basteln, gehen spazieren und auf den Spielplatz, schaun uns Seilbahn, Eisenbahn und alle anderen für ihn interessanten Dinge an, singen, etc.
... häufig sitzen wir auf dem Boden und bauen eine riesengroße Eisenbahn... so 2 mal die Woche verabreden wir uns mit Freunden, besuchen diese, bekommen Besuch oder unternehmen was. Männerkontakt hat er immerhin im Kindergarten, d.h. der "Koch"...dem die Kinder zuschaun dürfen und der auch mit den Kleinen spielt. (oder mal ganz sporadisch der Mann einer Freundin, oder ein Freund o.ä.)
Mhm, er ist sehr musikalisch. Trotzdem machen wir fürs erste "nur" zu Hause Musik - noch ne Gruppe wäre ja im Moment zu viel.
Wenn ich vorschlage, dass wir auf den Spielplatz gehen, weigert er sich meistens und will zu Hause bleiben! Ganz selten - aber es kommt vor - fragt er aber auch, ob wir hingehen können. Wenn wir auf dem Spielplatz sind, findet er nach etwas Zeit aber auch Anschluss und ist kaum wieder wegzubekommen!
Ein weiteres "Problem": mein Kind ist eigentlich IMMER müde...hat rote Augen, etc. ... er holt sich den Schlaf aber auch nicht, wenn er ihn tagsüber braucht. Also dass er vor Müdigkeit umkippt, habe ich noch nie gesehen... aber das er kaum noch laufen kann und schon nur noch taumelt....
Trotz allem, einfach nur, um das auch schon mal darzustellen.... Ich mache ihm keine Vorwürfe, schlage ihn nicht (habe das als Ursache fürs Beißen in Knauers Kinderhandbuch gelesen...), achte schon auf familiäre Regeln, aber es gibt bei uns auch kein striktes Regime, ich suche den Dialog mit ihm, lasse ihn aber auch in Ruhe spielen, angeleitetes und freies Spiel -beides gibts bei uns, ich liebe ihn sehr, und er mich auch.
Aber was macht ihn unglücklich, und was läuft da nicht so ganz. Was soll ich tun?
Für heute sind wir mit seinem auserkorenen Lieblingsfreund auf dem Spielplatz verabredet . . . Soll ich vielleicht mal das ganze (bisher nicht gut funktionierende) Dreiergespann zum Spielen einladen?
Mhm ansonsten fällt mir nur ein, dass ich mit Abstand die jüngste Mami bin...das macht es nicht unbedingt einfacher. Nicht falsch verstehen: im Endeffekt klappt ja doch immer mit den anderen Mamas, wenn auch erst nach einiger Zeit - das "Beschnuppern" ist so schwieriger, versteht ihr was ich meine. Vorausgesetzt wird häufig: so jung, da kann ja nix Gutes bei rauskommen. (Ach ja...das bitte nicht diskutieren, das ist ein Zitat, hab ich schon häufiger gehört ;/).
Ach ja, 2 Sachen noch: er träumt viel/scheint geistig abwesend. Seine Feinmotorik ist auch noch nicht so richtig ausgeprägt (darin hingt er was hinterher

, andererseits ist er in anderen Bereichen schon weiter als es "Schema F: Fortschritt im Kindesalter" so empfiehlt. Ist ja auch meist ganz normal so. Ich wollte das nur auch noch erwähnen, falls das irgendwie ein entscheidendes Kriterium für irgendwas sein sollte - was ich mir jedoch eigentlich nicht so denke - also deshalb mache ich mir zumindest keine Sorgen.
So, das war sehr lang! Und so richtig ausführlich war ich nicht mal, es ist einfach schon sooo lange so!!! Wie verhalte ich mich denn nun am besten? Wegen der Müdigkeit waren wir schon mal beim Arzt...hat sich jedoch noch nichts ergeben... Beruflich schalte ich extra nen Gang zurück, studiere von 9-12
Danke im Voraus für eure Antworten. Einfach "laufen lassen" und abwarten..macht mich über die Jahre hinweg einfach nur kirre. Ich weiss jetzt nicht mehr so richtig, was richtig ist oder was ich denken soll, oder überhaupt von den "Berichten" der Erzieherinnen halten soll. Es hatte sich gestern halt schon angekündigt: das obligatorische Elterngespräch über die Eingewöhnungszeit am Freitag wird kein Zuckerschlecken...ich muss da wohl einiges hören...
Ach, ich will doch nur, dass mein Kind wieder glücklich ist! ;o)
Lieben Gruß